Zu wenig Stauraum ist einer der häufigsten Kritikpunkte an Küchen, die einige Jahre in Gebrauch sind. Dabei liegt das Problem oft weniger in der Menge der Schränke als in ihrer Aufteilung. Wer Stauraum in der Küche gezielt plant, ordnet Vorräte, Geschirr und Geräte dort an, wo sie gebraucht werden, und nutzt Höhe und Tiefe der Möbel voll aus. Diese Seite zeigt, wie Sie vorgehen.
Bestandsaufnahme: Was muss untergebracht werden?
Bevor Schränke geplant werden, sollten Sie wissen, was hineinkommt. Zählen Sie grob Teller, Töpfe, Pfannen, Vorratsdosen, Kleingeräte und Putzmittel. Notieren Sie, was täglich, wöchentlich oder nur selten genutzt wird. Selten Benötigtes gehört in obere Fächer, in den Hochschrank oder in den Hauswirtschaftsraum.
Zonenplanung: Alles am richtigen Ort
- Vorratszone: Kühlschrank und Apothekerschrank nebeneinander
- Spülzone: Geschirr und Besteck nahe am Geschirrspüler, Abfallsystem unter der Spüle
- Vorbereitungszone: Messer, Schneidebretter, Gewürze, Schüsseln
- Kochzone: Töpfe, Pfannen, Kochbesteck direkt am Kochfeld
Diese Anordnung verkürzt Laufwege und passt zu jeder Küchenform.
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Auszüge statt Drehtüren
Unterschränke mit Vollauszügen bieten gegenüber Drehtüren mit Einlegeboden deutlich besseren Zugriff. Sie sehen den gesamten Inhalt von oben und müssen nicht in die Tiefe greifen. Bewährt haben sich breite Auszüge mit 80, 90 oder 120 cm für Töpfe sowie Innenschubkästen für Besteck und Kleinteile. Auszüge sind teurer als Türen, der Aufpreis liegt je nach Hersteller bei etwa 50 bis 200 € pro Schrank.
Höhe und Ecken nutzen
- Hochschränke: bis zur Decke geplant, ergänzt um Aufsatzschränke, bieten viel Volumen auf wenig Grundfläche
- Oberschränke bis zur Decke: vermeiden Staubflächen und schaffen Platz für Selten-Genutztes
- Sockelschubkästen: nutzen die 10 bis 15 cm Sockelhöhe für Backbleche oder Tabletts
- Eckschränke: Karussell, LeMans-Auszug oder Magic Corner machen tote Ecken nutzbar, siehe Eckschrank-Lösungen
Typische Fehler beim Stauraum
- Zu viele offene Regale, die schnell unordentlich wirken und verstauben
- Hochschränke nur halb hoch geplant, obwohl die Raumhöhe mehr zulässt
- Kein Platz für Kleingeräte, die dann dauerhaft die Arbeitsfläche belegen
- Abfalltrennung vergessen
Gerade in einer kleinen Küche zahlt sich jede dieser Maßnahmen aus. Lassen Sie sich mehrere Stauraum-Konzepte zeigen und kostenlos Küchenangebote anfordern.
KITCHENCHECK-Tipps
- Planen Sie mindestens einen 60 cm breiten Auszug für das Mülltrennsystem.
- Fragen Sie nach Innenschubkästen hinter einer Auszugsfront – sie verdoppeln oft die nutzbaren Ebenen.
- Ein Geräteschrank mit Steckdose und Rollladen hält Kaffeemaschine und Toaster griffbereit und trotzdem verborgen.
Häufige Fragen
Wie viel Stauraum braucht eine Küche?
Für einen Zwei-Personen-Haushalt reichen meist 4 bis 5 Meter Schrankfront, für Familien sollten es 6 bis 8 Meter oder zusätzliche Hochschränke sein.
Lohnt sich der Aufpreis für Vollauszüge?
In den meisten Fällen ja. Sie verbessern den Zugriff deutlich und vermeiden ungenutzte Fläche im hinteren Schrankbereich.
Was tun mit einer Ecke in L- oder U-Küchen?
Je nach Budget eignen sich Karussell, LeMans-Auszug oder ein Eckschubkasten. Günstiger ist eine Blindecke mit Tür, die aber schlechter zugänglich ist.